Die harte Kindheit von Johann Sebastian Bach

Noch zu seinen Lebzeiten, Anfang 18. Jahrhundert, hätte noch niemand ahnen können, dass dieser Mann einmal so groß gefeiert wird. Heute ist Johann Sebastian Bach einer der bekanntesten Komponisten überhaupt. Seine Werke gehören zu den meist gespielten und gelten noch heute als maßgebend für die Klassische Musik. Alle haben sie seine Werke studiert, Größen wie Mozart und Haydn haben sich von seiner Musik inspirieren lassen und haben mit der Zeit auch die Techniken von Johann Sebastian Bach adaptiert. Doch waren die Aussichten nicht immer so rosig. Bach war kein Unbekannter, er wurde als Organist, Virtuose, Komponist und Orgelinspektor hochgeschätzt, dafür jedoch nur in einem kleinen Kreis. Nach seinem Tod gerieten seine Werke sogar gänzlich in Vergessenheit und ein Stück wertvolle Kulturgeschichte drohte verloren zu gehen.

Trotz dass Johann Sebastian Bach sich das Klavierspielen selbst beigebracht haben soll, erreichte er doch eine davor nicht dagewesene Spielform. Seine Werke wirken abstrakt und nahezu grotesk. Dennoch harmonieren sie in sich und sind ausgesprochen wohl temperiert. Die Werke von Johann Sebastian Bach sind in ihrer Art absolut einmalig und unvergleichbar.

Johann Sebastian Bach wurde, als das jüngste von acht Kindern, am 21. März 1685 in Eisenach geboren. Die Familie Bach gehört zu einer weitverzweigten lutherischen Familie, die eine lange Musiktradition an den Tag legt. Die väterlichen Vorfahren und Verwandten waren fast alle als Organisten, Instrumentenbauer oder Mitglieder von Hofkapellen tätig. Sein Vater, Johann Ambrosius Bach, war als Stadtpfeifer in Eisenach tätig. Daneben hatte er auch den Titel des Hoftrompeters. Erstaunlich ist, dass obwohl Eisenach zu Zeiten Johann Sebastian Bachs gerade mal 6.000 Einwohner hatte, verfügte es bereits über eine bedeutende Musikkultur. Bereits sehr früh kam der junge Bach mit der Kirchen- und Orgelmusik in Kontakt. Es ist davon auszugehen, dass die Grundlagen der Violine ihm von seinem Vater beigebracht wurden. Mit acht Jahren besuchte Bach die Lateinschule des Eisenacher ehemaligen Dominikanerklosters.

Nachdem am 3. Mai 1694 seine Mutter und sein Vater kein Jahr später am 20. Februar 1695 starben, war Johann Sebastian Bach im Alter von 9 Jahren Vollwaise geworden. Aus diesem Grund zog er mit seinem Bruder Johann Jacob Bach zu seinem älteren Bruder Johann Christoph Bach nach Ohrdruf. Dies sollte nicht nur der erste Umzug von vielen werden, sondern auch ein weiterer Schritt auf dem ruhmreichen Weg Johann Sebastian Bachs. Es ist überliefert dass sein Bruder, Johann Christoph der Organist an der St. Michaelis in Ohrdruf war, die weitere musikalische Ausbildung des jungen Bachs übernahm. Man könnte Johann Sebastian Bach als ein besonderes Kind bezeichnen. Neben dem Spielen von Tasteninstrumenten ist Bach auch als Chorsänger tätig. Seine schulischen Leistungen am Lyzeum von Ohrdruf sind sehr gut. Bereits in jungen Jahren kann er unter anderem durch ein Schulstipendium zu seinem Unterhalt beitragen, mit der Verpflichtung Privatunterricht zu erteilen.

Mit 14 zog es Johann Sebastian Bach und seinen Klassenkammeraden und lebenslangen Freund Georg Erdmann nach Lüneburg um ihre Schulausbildung in der Partikularschule des Lünburger Michaelisklosters fortzusetzen. Festzuhalten ist auch, dass Johann Sebastian Bach im Gegensatz zu den meisten seiner Vorfahren und Verwandten, die Musiklehre nicht der Schulausbildung vorzog. Im Frühjahr 1702 schloss er die Schule in Lüneburg erfolgreich ab und qualifizierte sich somit zum Universitätsstudium. Aus Abschriften und Datierungen lässt sich eine Beziehung von Johann Sebastian Bach zu den damals populären Komponisten Georg Böhm, Organist an der St. Johannis, sowie Dietrich Buxtehude und Johann Adam Reincken nachweisen. Diese Komponisten haben den jungen Bach besonders in seiner Anfangszeit geprägt.

Comments are closed.